Hornvögel

Region: Philippinen

Projektpartner: Mari-it Wildlife Conservation Park,  Silliman University Centre for Tropical Conservation Studies (CENTROP), Biodiversity Conservation Centre der Negros Forests & Ecological Foundation Inc. (NFEFI-BCC)

Projektstatus Dieses Projekt läuft und kann finanziert werden.

Titielfoto:© J.-O. Heckel

Hornvögel — die bunte Nr. 1 der Roten Liste

Die Philippinen — ein Land etwas kleiner als die BRD — beheimaten eine Artenvielfalt, die sich mit der des gesamten europäischen Kontinentes messen kann. Viele Inselgruppen innerhalb des Archipels beherbergen ihre eigenen Tierformen, die nur dort und nicht einmal in anderen Teilen des Landes vorkommen. In Folge hatten viele Arten schon immer äußerst kleine Verbreitungsgebiete und sind daher anfällig für Verfolgung und Lebensraumzerstörung. Dies gilt besonders für die großen, hoch spezialisierten Hornvögel des Landes. Am schlechtesten steht es um den Korallenschnabel-Hornvogel der West-Visayas-Inseln Panay und Negros; dieser bunte Vogel führt die Rote Liste der von Ausrottung bedrohten Hornvögel an.

Gärtner der Lüfte

Der Wald der Tropeninseln Panay und Negros ist bis auf klägliche Reste verschwunden. Die Hornvögel aber brauchen den Regenwald, denn die Fruchtbäume dort liefern ihnen Nahrung und Höhlen in alten Urwaldriesen bieten ihnen Nistmöglichkeiten. So sinkt mit der Dezimierung des Waldes für die Landwirtschaft jährlich auch die Zahl der letzten Hornvögel. Für den Korallenschnabel-Hornvogel schätzt man den Bestand auf nur noch 100 Tiere; ca. 1500 mögen es noch beim Tariktik-Hornvogel sein. Die Jagd gibt diesen Arten den Rest. Aus dem Fleisch der Tiere wird gerne »Fingerfood« hergestellt — ein Luxussnack, der in Bars zum alkoholischen Getränk gereicht wird. Damit sägen die Menschen am eigenen Lebensast, denn die Hornvögel nehmen eine wichtige Rolle im Kreislauf des Regenwaldes ein: Die Samen der gefressenen Früchte verbreiten sie bei ihren Flügen und assistieren so der Natur bei der Neubewaldung von Brachflächen. Mit dem Kahlschlag beraubt sich der Mensch somit nicht nur seiner eigenen Existenzgrundlage, sondern vernichtet mit der Jagd auch noch seine Verbündeten beim Nachpflanzen von Bäumen. Bei behutsamer Nutzung hingegen könnte der Regenwald neben seiner Funktion als Wasser- und Nährstoffspeicher ein nie versiegendes Nahrungsreservoir darstellen. Dies zu verdeutlichen, ist das Ziel erster Schutzbemühungen, benötigt aber Zeit. Diese Zeit haben Dulungan und Tularic — wie die beiden schönen Vogelarten in Landessprache heißen — leider nicht mehr, denn jeder »erfolgreiche Jagdausflug« kann die letzten Bestände vernichten.

Der Anfang ist gemacht

  • Die Arten sind nach dem Gesetz geschützt und die Zusammenarbeit mit dem zuständigen Ministerium für natürliche Ressourcen (DENR) ist durch ein Memorandum of Agreement sichergestellt.
  • Durch ein in den Visayas arbeitendes Schutzprojekt der Ruhr-Universität Bochum wurden größere Erfassungen der letzten für Hornvögel geeigneten Biotope durchgeführt und die Dichte der Bestände errechnet.
  • Auf Panay und Negros wurde je eine Auffangstation errichtet, in der beschlagnahmte Tiere untergebracht werden können. 1998 gelang in der Station in Negros die erste erfolgreiche Nachzucht von Tariktik-Hornvögeln in Menschenobhut und 2005 die Welterstzucht des Korallenschnabel-Hornvogels. Derzeit leben 35 Korallenschnabel-Hornvögel und mehr als 80 Tariktik-Hornvögel in inzwischen drei Stationen sowie in einigen europäischen Zoos als Zuchtleihgabe des Projektes — die einzigen legal in Menschenobhut lebenden Individuen beider Arten.

Das Arbeitsprogramm der Stiftung Artenschutz

  • Ausbau der beiden Auffang- und Zuchtstationen in Lambunao/ Panay und Bacolod/Negros. Sicherung der veterinärmedizinischen Betreuung.
  • Unterstützung der Bemühungen, Nationalparks im Gebirgszug Panays und der Pandan-Halbinsel im Nordwesten von Panay zu gründen.
  • Durchführung intensiver Naturschutzaufklärung in der Bevölkerung. Mit Medien, Vorträgen und der Bereitstellung von Lehr- und Anschauungsmaterial in Schulen sollen die Menschen auf den Inseln allmählich vom ökologischen Nutzen dieser Arten überzeugt und aktiv in Schutzmaßnahmen eingebunden werden.