Amur-Leopard

Region: Provinz Primorye (Russischer Ferner Osten)

Kooperationspartner: ALTA

Projektstatus Wir freuen uns auf Ihre Spenden.

Titelfoto: © Dick Petrie

Der Leopard im Fadenkreuz

Mit langem, seidig-goldglänzendem Fell und großen schwarzen Rosettenflecken gilt der Amur-Leopard für viele als die schönste Großkatze schlechthin. Doch mit nur noch 60 bis 70 überlebenden Tieren in Freiheit ist er auch eines der bedrohtesten Großtiere überhaupt.

Ein Opfer von Aberglaube, Jagd und Feuer...

Das Überleben der großen Katze ist gleichermaßen durch die Wirtschaftskrise in Russland und den wirtschaftlichen Aufschwung Chinas bedroht: Während die Umwälzungen in Russland den staatlichen Naturschutz lähmen und Nährboden für Wilderei bieten, können sich mehr Bewohner des benachbarten Chinas Leopardenknochen und andere »Naturprodukte« der traditionellen chinesischen Medizin leisten. Eine weitere Gefahr für den Leoparden und die ganze Region stellen Waldbrände und illegaler Holzeinschlag dar, durch die der begrenzte Lebensraum immer weiter dezimiert wird. Nachgestellt wird dem Leoparden vereinzelt auch, um die sechs Hirschfarmen in der Region vor tatsächlichen oder vermeintlichen Verlusten durch die große Katze zu schützen. Schließlich wird den Leoparden die Nahrungsgrundlage durch unmäßige Wilderei ihrer Beutetiere (Rehe, Hirsche, Schweine, Gorale) entzogen. Verlierer sind der Amur-Leopard, der wilde Ginseng und viele andere Tier- und Pflanzenarten der Region sowie die Menschen Ussurilandes, deren natürlicher Reichtum und Zukunftskapital geplündert wird.

 

Das Land der Leoparden

Am 5. April 2012 entstand „Zemlja Leoparda“ (Land des Leoparden), ein Nationalpark, der eigens zum Schutz der gefährdeten Großkatzen errichtet wurde. Das 262.000 Hektar große Schutzgebiet vereint sowohl die ehemaligen Schutzgebiete Leopardovi Zakaznik und Kedrovaja Pad, als auch das ehemalige Jagdgebiet „Nezhinskoye“. Dies ist ein besonderer Erfolg, da die Wächter des Nationalparks bei illegaler Nutzung auch im gepachteten Jagdgebiet durchgreifen dürfen – ein Recht, das sie vorher nicht hatten. Zudem wurden mit dem neuen Nationalparkstatus die Jagd und der Holzeinschlag auf der gesamten Fläche von „Zemlja Leoparda“ verboten.

Anlässlich des ersten Geburtstages des Nationalparks unterzeichnete der Gouverneur von Primorje zusätzlich eine Verordnung zur Errichtung einer Pufferzone um den Nationalpark. Mit der Verordnung wurden die genaue Lage und die Grenzen der 82 ha großen Zone festgelegt, die wichtige Lebensräume für die letzten Amur-Leoparden und Amur-Tiger umfasst.

 

Erste Daten über die weltweite Populationsgröße

Bis 2015 existierten Daten über die Anzahl der letzten überlebenden Amur-Leoparden ausschließlich aus dem russischen Fernosten. Mit Hilfe eines Fotofallenmonitorings und Spurenerfassungen im Winter bezifferten Wissenschaftler die Leopardenpopulation auf etwa 70 Tiere. 2015 berichteten chinesische Wissenschaftler, seit 2012 ein Leoparden- und Tiger-Monitoring auf einer Fläche von rund 6.000 km² durchgeführt zu haben. Ein Fotovergleich bestätigte die aktive Ausbreitung von Leoparden über die chinesische Grenze. Nach Auswertung aller Informationen kamen die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass die aktuelle weltweite Population des Amur-Leoparden etwa 80 Tiere umfasse.

 

Das Arbeitsprogramm

  • Eindämmung der Wilderei der Leoparden und ihrer Beutetiere. Finanzielle Unterstützung der Arbeit der Anti-Wilderer-Brigaden. Förderung der Feuerschutz-Brigaden zur Bekämpfung von Waldbränden.
  • Lebensraumschutz
  • Vermehrte Naturschutzaufklärung in den Schulen der Region, um vor allem Kinder und Jugendliche zu Fürsprechern des Naturschutzes zu machen.
  • Unterstützung wissenschaftlicher Studien, Populationsmonitoring in Russland und China

 

    Monitoringprogramm in China

    Seit 2016 unterstützen wir das WCS-Monitoringprogramm im chinesischen Hunchun Nature Reserve. Das im 2001 ausgewiesene Naturreservat hat für den Schutz der letzten überlebenden  Amur-Leoparden eine sehr große Bedeutung, da es direkt an den russischen Nationalpark „Zemlja Leoparda“ angrenzt.

    Das Schutzprogramm unseres Partners beinhaltet das Populationsmonitoring mittels Kamerafallen und Spurenidentifizierung , die Analyse von Habitatnutzung, Verhalten und Bewegungsmuster der hier lebenden Amur-Leopard und Amurtiger sowie die grenzübergreifende Kooperation mit russischen Experten.