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Der Nerz kehrt heim - Rückkehr eines kleinen JägersProjekt zur Wiederansiedlung für den Europäischen Nerz in Deutschland |
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Wenn von stark bedrohten Arten und Ökosystemen die Rede ist, denken wir meistens an die weit entfernten Tropenwälder oder die artenreichen Korallenriffe. Doch auch hier, direkt vor unserer Tür, hat menschlicher Einfluss die Natur unter enormen Druck gesetzt und viele Arten am Rand der Ausrottung gebracht. Ein ähnliches Schicksal ist einem kleinen, wasserliebenden Jäger widerfahren - dem Europäischen Nerz. Früher war er über ganz Europa verbreitet: von Spanien im Westen, bis zum Uralgebirge im Osten, von Finnland bis zum Schwarzen Meer. Doch sein dunkelbraunes, schimmerndes Fell ist ihm zum Verhängnis geworden - lange Zeit war die starke Bejagung eine der wichtigsten Ursachen für seinen Rückgang. Auch sein Lebensraum wurde nach und nach zerstört. Mit zunehmender Industrialisierung und Entwicklung der Landwirtschaft wurden die Ufer besiedelt, die Feuchtgebiete trockengelegt und die Bäche mit Abwässern belastet. Hinzu kam ein starker Konkurrent aus Übersee: Der in Farmen gezüchtete amerikanische Mink brach aus oder wurde absichtlich freigelassen. Da er größer, anspruchsloser und robuster als sein europäischer Verwandter war, hat er sich schnell gegenüber dem heimischen Nerz durchgesetzt und ihn aus seinem ohnehin begrenzten Lebensraum verdrängt. Heute kommt der Europäische Nerz nur noch in kleinen isolierten Populationen vor und zählt zu den am meisten gefährdeten Säugetieren Europas. Auch in Deutschland galt er seit 1925 als ausgestorben. Doch jetzt bekommt der flinke Beutegreifer eine neue Chance: Ein Projekt zur Wiederansiedlung wurde gestartet. Der kleine Marder soll wieder nach Deutschland zurückkehren. |
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Am Steinhuder Meer - dem größten Binnensee in Nordwestdeutschland
- findet ein Projekt zur Wiederansiedlung statt. In enger Kooperation vereinen
die Wildtier- und Artenschutzstation e.V. in Sachsenhagen, die Ökologische
Schutzstation Steinhuder Meer e.V., (ÖSSM) und EuroNerz e.V. ihre
Bemühungen mit einem gemeinsamen Ziel: Der flinke Jäger soll ein
neues Zuhause finden.
Die Stiftung Artenschutz unterstützte die Wildtierstation Sachsenhagen beim Bau zweier naturnah gestalteter Gehegekomplexe. In der Zuchtanlage werden Nerze aufgezogen und für die spätere Auswilderung in ihrem natürlichen Lebensraum vorbereitet. Da es für die Auswilderung und für die Aufzucht der Jungtiere sehr wichtig ist, dass die Tiere möglichst wenig in Kontakt mit Menschen kommen und nicht gestört werden, wird diese Zuchtanlage für Besucher nicht zugänglich sein. |
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Stattdessen bietet ein weiteres, für Besucher zugängliches Schaugehege die Möglichkeit, sich über die Art zu informieren und die kleinen Marder in einer naturnahen Umgebung zu beobachten. Das Ziel dieses speziell konzipierten Geheges ist es, bei den Besuchern ein Bewusstsein für die Nerze, ihre Biologie und Gefährdungsursachen zu schaffen. Da die Anlage mit Glasscheiben begrenzt ist, können selbst kleine Kinder die faszinierenden Tiere beobachten. Zusätzlich werden die Besucher mittels Schautafeln über Biologie und Gefährdung des Nerzes sowie das Wiederansiedlungsprojekt informiert. Das zweite Gehege liegt an einem auf dem Stationsgelände schon vorhandenen Naturlehrpfad und wird in das Umweltbildungskonzept der Station integriert. |
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Am 30. Juni 2010 fand die feierliche Eröffnung der Gehege statt. Zur offiziellen Einweihung begrüßte Stationsleiter Dr. Florian Brandes zahlreiche Gäste, die an dem Projekt beteiligt sind. Sein besonderer Dank galt den Vertretern des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt- und Klimaschutz und der Stiftung Artenschutz sowie der Firma Nestlé-Schöller, welche die Finanzierung der Baumaßnahmen in der Wildtierstation ermöglicht haben. Weiterhin dankte er allen Behörden des Landkreises und der Region Hannover, die das Projekt unterstützt haben. |
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| Die Stiftung Artenschutz dankt der Nestlé Schöller GmbH
für die finanzielle Unterstützung bei der Rückkehr des
Europäischen Nerzes!
Mit Ihrer Spende oder einer Patenschaft werden wir bald wieder den faszinierenden Anblick genießen können, wie der kleine Jäger mit der weißen Schnauze in der abendlichen Dämmerung durch die Natur streift. |