Entdeckungen am AmazonasDer unerforschten Tierwelt auf der Spur |
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Wie die Entdeckung unbekannter Großsäuger zum Lebensraumschutz
beitragen kann
Eine dieser neuen Tierarten, das Riesenpekari (Pecari maximus), wurde im Juli 2007 wissenschaftlich beschrieben. Es war die erste Entdeckung eines landlebenden Großsäugers seit rund zehn Jahren - eine wissenschaftliche Sensation. |
| Das Amazonasgebiet ist für seinen Artenreichtum, aber auch für
seine Bedrohung durch die rasche Abholzung und anschließende
landwirtschaftliche Nutzung bekannt. Durch das Vordringen der Holzindustrie
und anschließend der Soja-Farmen wird der Wald zunehmend zerstört
und seine Bewohner werden an den Rand der Ausrottung getrieben. Um der
Vernichtung dieses einzigartigen Lebensraumes Einhalt zu gebieten, bedarf
es der Schaffung von weiträumigen Schutzgebieten. Mit der Beschreibung
spektakulärer neu entdeckter Arten lässt sich nicht nur das
öffentliche Interesse am Lebensraumschutz fördern, sondern auch
das entsprechende Wohlwollen der zuständigen Behörden. Die
wissenschaftliche Erfassung der Neulinge ist auch deshalb dringend
notwendig, weil nur Arten, die international als solche anerkannt sind, z.B.
im Rahmen des Washingtoner Artenschutzübereinkommens geschützt
werden können. Die Bewahrung der Biodiversität in einem so artenreichen Gebiet wie dem des Rio Aripuanã erfordert schnelles Handeln.
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Im Jahr 2006 förderte die Stiftung Artenschutz deshalb über
die in Manaus ansässige brasilianische Organisation
Hiléia zwei
Expeditionen in das Gebiet Juma und die anschließende wissenschaftliche
Aufarbeitung der gewonnen Daten. Den einheimischen Flussbewohnern
(Caboclos) waren viele für die Wissenschaft neue
Tierarten bereits bekannt. So konnte sich eine für das Projekt sehr
hilfreiche Zusammenarbeit mit den ortskundigen Caboclos entwickeln. Bisher
liegen für eine Reihe von Tieren Einzeldaten vor. Nach deren
Überprüfung und Aufarbeitung sind wissenschaftliche Publikationen
geplant, die mit weiterer Öffentlichkeitsarbeit für das Projekt
einher gehen sollen. Doch auch schon vor Abschluss der wissenschaftlichen
Auswertung konnte ein großartiger Erfolg erzielt werden: Das Gebiet
wurde als Areal Nachhaltiger Nutzung (RDS) unter Schutz gestellt.
Dabei handelt es sich um die erste von vier möglichen brasilianischen
Schutzkategorien. Gemeinsam mit dem Projektpartner Hiléia wird sich
die Stiftung Artenschutz für den weiteren Schutz der Region
Juma und ihrer Artenvielfalt engagieren.
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| Die Finanzierung des Projektes erfolgt mit Unterstützung der
Schellenberg-Stiftung. Wir bedanken uns herzlich für die gute
Zusammenarbeit.
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