Gobi-Wildesel - Der schnelle Renner

Equus hemionus hemionus

Der Status des Gobi-Wildesels oder Dziggetais (Equus hemionus hemionus), einer Unterart des Asiatischen Wildesels, wird im IUCN Equid Action Plan als "ungenügend bekannt" angegeben. Mit einem geschätzten Bestand von 20.000 Tieren ist die Mongolei neben China das wichtigste Rückzugsgebiet des Asiatischen Wildesels. Doch auch in diesem letzten großen Rückzugsgebiet wird es immer enger für die zähen Langstreckenläufer.

Ungeliebter Pferdeverwandter

In der Mongolei, einem Land von Pferdeliebhabern, ist der Wildesel - immerhin auch ein Verwandter des Pferdes - nicht beliebt. Dabei ist der Dziggetai so intelligent, ausdauernd und elegant wie ein Pferd, jedoch weitaus genügsamer. Letzteres hat ihn bisher gerettet, denn durch den Menschen und dessen Haustiere wurde er in die unwirtlichsten und abgelegensten Gebiete abgedrängt. Weitere Rückzugsmöglichkeiten gibt es nicht. Dziggetais brauchen große Gebiete für ihre jahreszeitlichen Wanderungen und um lokaler Futter- und Wasserknappheit auszuweichen. Im Schutzgebiet Große Gobi B im Südwesten der Mongolei durchstreifen Dziggetais mehr als 7.000 Quadratkilometer im Laufe eines Jahres. Zwar ist der Dziggetai seit 1953 in der Mongolei geschützt, doch durch einen hohen Zuwachs der mongolischen Bevölkerung und ungewöhnlich harte Winter in den letzten Jahren kommt es vermehrt zu Konflikten zwischen halbnomadischen Viehzüchtern und den Wildeseln:

  • Menschliche Präsenz an Wasserstellen erschwert den Dziggetais und anderen Wildtieren den Zugang zu dieser lebenswichtigen Ressource.
  • Dziggetais werden von den Nomaden zunehmend als Weidekonkurrenten für ihre Haustiere empfunden.
  • Armut und soziale Gegensätze haben zu einem dramatischen Anstieg der Wilderei geführt.


Der Anfang ist gemacht

  • Der Asiatische Wildesel wurde im Jahr 2002 in die Konvention zum Schutz von wandernden Arten (Bonner Konvention) Anhang II aufgenommen.
  • Durch eine Zählung im Herbst 2003 im gesamten Verbreitungsgebiet konnte die Größe der Population geschätzt werden: Die Bestände verzeichneten eine dramatische Abnahme.
  • Eine Aufklärungskampagne zum Schutz der Dziggetais wurde initiiert, in der mittels Poster, Broschüren und Vorträgen die Bevölkerung, insbesondere Schulkinder und Nomaden, direkt erreicht wird.
  • Geschulte Ranger patrouillieren in regelmäßigen Intervallen das Schutzgebiet Große Gobi B im Hinblick auf Wilderei und andere illegale Tätigkeiten.

    Sieben Tiere (zwei Stuten und fünf Hengste) werden mit Satellitensendern überwacht, um Daten zu Wanderungen und Habitatnutzung zu erfassen.

    Monatliches Monitoring der wilden Huftiere.


Doch die Große Gobi B deckt nur einen kleinen Teil des Verbreitungsgebietes des Dziggetais in der Mongolei ab und beherbergt lediglich etwa 12% des Gesamtbestandes. Damit die Bemühungen zum Schutz des Dziggetais Erfolg haben, müssen die Aktivitäten auch auf andere Schutzgebiete ausgedehnt werden.

Das Arbeitsprogramm der Stiftung Artenschutz

  • Regelmäßige Erfassung von Status und Verbreitung des Dziggetai in der Mongolei
  • Intensive Forschung zu Wanderungsbewegungen, Habitatnutzung, Nahrungsökologie und Sozialverhalten
  • Erarbeitung von Schutz- und Nutzungsmöglichkeiten des Wildesels unter Einbeziehung der lokalen Bevölkerung
  • Gemeinsame Ausarbeitung eines Managementplanes für den Wildesel mit der mongolischen Regierung
  • Öffentlichkeitsarbeit in der Mongolei, um ein generelles Bewusstsein über den Wert der Natur und des Dziggetais im Besonderen in der Bevölkerung zu schaffen