Stummelfußfrösche - Farbklekse im Regenwald
Atelopus spp. |
In Mittel- und Südamerika weit verbreitet sind die 77 Arten der
Stummelfußfrösche. Den Namen verdanken die Tiere
zurückgebildeten Zehen - einem Detail also, das man nur schwierig zu
sehen bekommt. Ganz anders ist es da mit den Fröschen selbst. Ihre
auffällig rot, gelb und schwarz gefärbte Haut macht die tagaktiven
Stummelfußfrösche zu wahren Farbklecksen im Regenwald. Die bunte
Farbe stellt ein Warnsignal dar, und spezielle Leuchtfärbungen am Bauch
dienen als regelrechte Schreckfarbe, die hartnäckigen Feinden in
Bedrohungsmomenten überraschend präsentiert wird, um in einem Moment
der Verwirrung im Dickicht des Waldes zu entkommen. So unterschiedlich wie
die Arten sind auch ihre jeweiligen Nischen, die sie besetzen. So gibt es
Stummelfußfrösche, die ihre Eier in Wasserpfützen ablegen
und bei denen die Kaulquappen eine rasante Entwicklung vollziehen, um bis
zum Verdunsten der Wasserstelle als fertiger Frosch überleben zu
können. Andere laichen in reißenden Flüssen und kommunizieren
in dieser lautstarken Umgebung durch das Senden und Empfangen von Schallwellen
im Wasser. Selbst die Höhe der Andenkette limitiert nicht die Verbreitung
der Arten: Bis hinauf auf 4000m kann man Vertreter dieser Froschgruppe finden. |
Rätselhafter Rückgang
Viele Arten der Stummelfußfrösche verschwinden mit rasender
Geschwindigkeit. Offensichtliche Erklärungen sind das
übermäßige Sammeln der Tiere für den Terrarienhandel,
Waldrodung und Verschmutzung der Flüsse im Zuge von Landwirtschaft und
Bergbau. Populationen und ganze Arten verschwinden jedoch auch in intakten
Lebensräumen, in denen keine der genannten Ursachen vorhanden ist. Die
Stummelfußfrösche scheinen erste Opfer neuer, aber noch nicht
eindeutig identifizierter Bedrohungsfaktoren zu sein, die möglicherweise
viele andere Arten - vielleicht auch den Menschen - gefährden können.
Faktoren, wie hormonähnliche Kunststoffe in der Umwelt, erhöhte
UV-Strahlung durch Ausdünnung der Ozonschicht und ein neu entdeckter
Hautpilz, der (in Kombination mit Umweltgiften) die Frösche tötet. |
Der Anfang ist gemacht
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In umfangreichen Untersuchungen wurden die Verbreitungsgebiete der einzelnen
Arten genau geklärt. Weiterführende Forschungen erbrachten elementare
Daten zur Lebensweise der unterschiedlichen Arten und erlaubten erste
Rückschlüsse auf Bestandsrückgänge.
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IUCN gründete die »Declining Amphibian Population Task Force«,
eine weltweite Arbeitsgruppe von Spezialisten, die sich um die Klärung
der mysteriösen Rückgänge von Stummelfußfröschen
und anderen Amphibien kümmert und die als Projekt-Partner zur
Verfügung steht.
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Das Arbeitsprogramm der Stiftung Artenschutz
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Verstärkung der Forschung zur Klärung der Gründe für
den Rückgang der Bestände. Zusätzliche Informationen werden
erstmals konkrete Schutzmaßnahmen ermöglichen und die Vorbeugung
vor diesen Gefahren in noch nicht betroffenen Gebieten zulassen.
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Weitere Studien des Verhaltens (speziell der Fortpflanzungsbiologie) und
der genauen Habitatansprüche der Stummelfußfrösche und ihrer
Kaulquappen, um das Wirken der Bedrohungsfaktoren besser verstehen zu
können.
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Aufbau verschiedener Zentren zur Zucht der Stummelfußfrösche in
menschlicher Obhut. Als offensichtlich bestimmten schädigenden
Umwelteinflüssen gegenüber besonders empfindliche Arten hat der
Erhalt der Stummelfußfrösche als »Frühwarnsystem«
besondere Bedeutung.
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Unterstützung der »Declining Amphibian Task Force« als
internationale Koordinationsgruppe für Schutz und Erforschung bedrohter
Amphibienarten.
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Regionale Koordination von Aufklärungskampagnen zu den bedrohtesten
Arten der Stummelfußfrösche und den Gründen ihres Verschwindens.
Frühzeitige Einbindung der örtlichen Bevölkerung in
Schutzmaßnahmen und bei der Entwicklung von Schutzkonzepten.
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