 Die Stelzengazelle oder der Dibatag zählt zu den elegantesten
und außergewöhnlichsten Vertretern der Antilopen
und Gazellen. Sein ursprüngliches Verbreitungsgebiet beschränkte
sich auf ein Dreieck zwischen Zentral- und Nord-Somalia
sowie der ostäthiopischen Provinz Ogaden. Wer in
dieser offenen, trockenen Gegend aus Halbwüsten und Dornbusch-
Savannen überleben will, muss sich anpassen. Das hat
der Dibatag getan - mit höchster Perfektion. Den gesamten
Flüssigkeitsbedarf deckt das überwiegend in kleinen Familiengruppen
lebende Tier aus der kargen Nahrung - vor allem
Laub und Blüten von Akazien. Um an die Blätter der stacheligen
Büsche zu gelangen, besitzt der Dibatag extrem lange
Gliedmaßen, einen langen Hals und verlängerte Lippen. Erhöhte
Zweige erreicht diese Gazelle, indem sie sich auf die
Hinterbeine aufrichtet und sogar für längere Zeit ohne Abstützung
durch die Vorderläufe auf zwei Beinen stehen kann.
Bedingt durch seine sehr scheue und heimliche Lebensweise
gehört der Dibatag zu den ganz wenigen Großtierarten, von
denen bis heute keine guten Fotos aus freier Wildbahn existieren.
Und die Chancen, die Tiere zu sehen, werden immer kleiner:
Die letzten Erkenntnisse der IUCN zeigen, dass der Dibatag
bereits aus über der Hälfte seines ursprünglichen Verbreitungsgebietes
verdrängt wurde. Bislang existiert kein einziges
Schutzgebiet im Raum seiner jetzigen Verbreitung.
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Ohne jeden Schutz
Nachstellungen durch Jäger und die Veränderung des Lebensraums
durch Einschlag von Brennholz bedrohen die Restbestände
der scheuen Gazelle. In Dürreperioden sind weit
umherziehende Viehherden die Nahrungskonkurrenten für die
Antilopen und übertragen zudem Krankheiten von Haustieren
auf wildlebende Huftiere. In Somalia, dem Hauptverbreitungsgebiet
des Dibatags, herrscht seit zehn Jahren ein anhaltender
Bürgerkrieg, der Schutzmaßnahmen dort momentan unmöglich
macht. Hilfe für diese Art ist derzeit allerdings im äthiopischen
Landesteil Ogaden möglich.
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