Säger sind Entenvögel, die sich von kleinen Fischen
ernähren. In Anpassung an die Jagd nach ihrer Nahrung
entwickelten sie die schmalsten Flügel aller Enten, die ein Eintauchen
ohne Wellenschlag ermöglichen. Die Füße mit
Schwimmhäuten befinden sich am Ende des Körpers und
geben wie ein Bootsmotor den nötigen Antrieb zur schnellen
Unterwasserjagd. Den Schnabelrändern, die zum Festhalten
der kleinen, flinken Fische mit nach hinten gerichteten Zacken
- wie bei einer Säge - besetzt sind, verdanken sie ihren Namen.
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Der letzte Säger
südlich des Äquators
Es gibt weltweit nur sieben Sägerarten; eine davon, der Dunkelsäger,
ist unmittelbar von Ausrottung bedroht. Sein Verbreitungsgebiet
war schon immer auf ein Dreieck zwischen Zentralbrasilien,
Ost-Paraguay und Nordost-Argentinien begrenzt. Dort lebt er zwischen den Stromschnellen und Wasserfällen
von Bächen und in den Oberläufen schneller Flüsse, hinauf bis
auf 1000 m. Die Art ist scheu und braucht ungestörte Vegetation
entlang der Flüsse, vor allem aber sauberes und
klares Wasser. Sie ist, nachdem die ehemals zweite
Sägerart der südlichen Halbkugel - der
Auckland-Säger - bereits ausgerottet wurde,
die einzige Sägerart südlich des Äquators.
Der unbekannte Indikator
für sauberes Wasser
Der Dunkelsäger hat auffällige Schmuckfedern am Kopf
und vollführt in der Paarungszeit ausgeprägte Balzspiele.
Warum aber kennt ihn dann kaum jemand? Er ist fast lautlos,
lebt in geringer Populationsdichte, ist sehr scheu und taucht
bei Gefahr sofort weg. Die Zerstörung des Lebensraums droht
die Art zu vernichten. Holzschlag, Landwirtschaft und Bergbau
als direkte Einflüsse und Verschmutzung und Verschlammung
der Flüsse als Folge reduzierten den Bestand auf heute wahrscheinlich
nur noch 50-100 Tiere. Noch haben die Menschen
der Region nicht erkannt, dass der Dunkelsäger Indikator für
sauberes und klares Wasser ist. Seine Rettung erfordert die Sicherung
hoher Wassergüte in seinem Verbreitungsgebiet - was
ohne Zweifel auch zum Nutzen der Menschen ist.
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Der Anfang ist gemacht
- Drei Gebiete Brasiliens (in den Provinzen Minas Gerais
sowie Nordost- und Südwest-Gojas) mit Restvorkommen
des Dunkelsägers wurden zu Nationalparks erklärt.
- Dr. Wolf Bartmann, langjähriger Direktor des Zoo Dortmund,
besucht seit Jahren immer wieder den Canastra National
Park (Minas Gerais), um die dortigen fünf Brutpaare
zu beobachten und zu erforschen.
- Durch begonnene Aufklärung in Argentinien und Brasilien
gelang es, Interesse für den Dunkelsäger zu wecken und
erste Zusagen für Beteiligung an Schutzmaßnahmen zu erlangen.
- August 2000 fand ein Arbeitstreffen zur Erstellung eines
Schutzaktionplans statt. Beteiligte waren Universitäten,
Zoos, Naturschutz-Organisationen, Regierungsbehörden
und internationale Spezialisten.
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Das Arbeitsprogramm
der Stiftung Artenschutz
- Hilfe bei der kurzfristigen Umsetzung der im Aktionsplan
definierten Maßnahmen im gesetzten Zeitrahmen. Vorrangig
ist dabei die Datenerfassung zu potentiellen und
bewiesenen Vorkommen des Sägers, Informationen über
Brutpaare und Gesamtzahl, sowie Einschätzung von
Quantität und Typ der den lokalen Bestand bedrohenden
Gefahren.
- Nach der Identifizierung der Schlüsselgebiete Durchführung
von spezifischen Sofortmaßnahmen, um den
Rückgang der Art zu stoppen. Hauptaugenmerk liegt
dabei auf Bemühungen zur Sicherung bzw. Wiederherstellung
der Uferbiotope und Wasserqualität in ausgewählten
Bächen und Flussläufen.
- Vernetzung aller am Schutz arbeitenden Personen und
Organisationen. Training der an Schutzmaßnahmen beteiligten
örtlichen Mitarbeiter.
- Erstellung einer umfassenden Studie zu Aussichten einer
Erhaltungszucht in menschlicher Obhut. Der minimale
Bestand von nur 50 Tieren sowie Erfahrungen aus Zuchten
der nördlichen Arten müssen dabei besonders beachtet
werden. Ausbau der Forschung zur Biologie des
Dunkelsägers.
- Intensivierung der Aufklärungskampagnen in der Region.
Über den Schutz des Sägers muss und kann das Bewusstsein
der ansässigen Bevölkerung gefördert werden, eines
der wichtigsten Güter zu erhalten: klares, sauberes und
nie versiegendes Fluss- und Trinkwasser.
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