Drill - Der vergessene Affe Afrikas
Mandrillus leucophaeus |
Sie gehören zu den eindruckvollsten Affen der Welt. Und zu den bedrohtesten.
Trotz seines schwarzen Gesichts, welches bei erwachsenen Männchen von
zwei auffallenden Gesichtswülsten beherrscht wird, zeichnet sich der
Drill durch ein ruhiges, ausgeglichenes Wesen aus. Drills bilden große
Familienclans mit bis zu 50 Tieren. Sie leben in den Wäldern Nigerias,
Kameruns und auf der Insel Bioko im Golf von Guinea in einem natürlichen
Verbreitungsgebiet von weniger als 50000 km2. Vor 1987 galt er in Nigeria
und auf der Insel Bioko als ausgerottet. Die einzige damals bekannte Population
lebte in Kameruns Korup National Park. 1987 wurde der Drill jedoch wieder
in Nigeria und etwas später auch in zwei abgegrenzten Waldgebieten auf
Bioko beobachtet. Eine Datenerhebung in Nigeria von 1989 - 1990 ergab jedoch
einen Rückgang der Drillpopulationen in allen Gebieten infolge intensiver
Bejagung. Ihr Lebensraum wird zunehmend durch Holzeinschlag, Landwirtschaft
und Urbanisierung entweder zerschnitten oder ganz zerstört. Auf max.
3500 Exemplare wird der Gesamtbestand in Westafrika geschätzt. |
Fragmentierter Lebensraum
Von dem ehemals zusammenhängenden Verbreitungsgebiet des Drill bleiben
aufgrund der Zerstückelung des natürlichen Lebensraumes in Nigeria
nur noch vier getrennte Waldgebiete, von denen zwei mit Habitaten im benachbarten
Kamerun verbunden sind. Der Lebensraum in Kamerun ist in mindestens neun
Gebiete unterteilt. Durch diese Fragmentierung werden Drillgruppen voneinander
isoliert und ihr Lebensraum so verkleinert, dass es immer schwieriger wird,
eine überlebensfähige Population zu erhalten. Zusätzlich erfolgt
die Jagd der Tiere für den sog. "bush meat"-Handel häufig mit Hunden
zum Aufspüren und Stellen in den Bäumen, wodurch ganze Gruppen
gleichzeitig geschossen werden können. Die Fortpflanzung der Tiere und
damit der Erhalt einer für das Überleben der Art ausreichenden
Anzahl an Drillgruppen kann daher nur durch die Eindämmung der Jagd
und den Schutz großer, zusammenhängender Waldgebiete garantiert
werden. |
Der Anfang ist gemacht
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1991 wurde das "Drill Rehabilitation and Breeding Center", kurz PANDRILLUS,
in Calabar, Nigeria, gegründet. Das Zentrum hält derzeit etwa 160
Tiere und damit über 60% der Weltpopulation in Menschenhand. PANDRILLUS
erhält die Tiere entweder von der lokalen Bevölkerung oder nach
Beschlagnahmung durch die Behörden. Austausch mit und Leihgaben an Zoos,
die am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) teilnehmen, sind geplant.
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PANDRILLUS ist für Besucher zugänglich. Für die meisten Menschen
ist es die erste Möglichkeit, Drills in naturnaher Umgebung zu beobachten.
Das Zentrum will vor allem bei der lokalen Bevölkerung Interesse und
Verständnis für die bedrohte Art wecken. Von ihrer Unterstützung
hängt der langfristige Erfolg des Schutzprojektes wesentlich ab.
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1996 wurden die meisten Drills in eine neue Anlage im Afi River Forest Reserve
umgesiedelt, einem mehrere ha großen Gelände mit hohem Waldbestand
und natürlichen Wasserquellen. Das Land ist Teil der Gemeinde Buanchor
innerhalb des Reservates. Dem Dorf wird eine jährliche Pachtgebühr
gezahlt. Unter Mitwirkung der einheimischen Bevölkerung werden die Drills
in großen Trainingsgehegen auf ihre spätere Auswilderung vorbereitet.
PANDRILLUS beschäftigt etwa 40 Personen in Calabar und Afi. Geplant
sind außerdem eine Veterinärstation, ein Schulungszentrum und
Unterkünfte für Angestellte.
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Aufgrund der Schulungstätigkeiten ist die Jagd auf Drills inzwischen
strafbar. Die Bauern der Region erhielten neues Land zur Bewirtschaffung.
Sie beziehen aus der PANDRILLUS-eigenen Baumschule Nutzpflanzen und verkaufen
ihre Erträge wiederum an das Zentrum.
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Durch die Mitarbeit von Einheimischen bei der Reparatur von Brücken
und Straßen ist der regionale Handel mit Obst, Gemüse und Kakao
gestiegen. PANDRILLUS entwickelte sich inzwischen zum größten
Arbeitgeber der Region. Es hilft damit Menschen und Tieren.
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Das Arbeitsprogramm der Stiftung Artenschutz
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Finanzierung der Ausbildung einheimischer Mitarbeiter, um Fachpersonal für
den Schutz wildlebender Drill-Gruppen und die Zucht der im "Drill Rehabilitation
and Breeding Center" lebenden Tiere bereit zu stellen.
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Finanzielle Unterstützung zur Optimierung der pflegerischen Maßnahmen
der im Zuchtzentrum gehaltenen Drills, um über maximale Zuchterfolge
eine stabile Zunahme der derzeitigen Gesamtpopulation zu ermöglichen.
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Intensivierung von Schulungsmaßnahmen und der Öffentlichkeitsarbeit
für die lokale Bevölkerung, um diese in großem Umfang über
die Bedeutung des Drills und den Schutz seiner Lebensräume
aufzuklären. Hierbei sollen die regionalen Schulen einbezogen werden,
so dass vor allem Kinder und Jugendliche als Fürsprecher des Naturschutzes
gewonnen werden können. Ziel ist es, langfristig ein Umdenken in der
Gesellschaft gegenüber dem Stellenwert natürlicher Lebensräume
in ihrem Land zu erreichen.
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