Balistar - Die Perle Balis

Leucopsar rothschildi

Der Balistar ist ein schmucker weißer Starenvogel mit blauer, nackter Augenhaut und einem langen Federschopf. Er ist die einzige endemische Vogelart Balis, d.h. er kommt nur hier und nirgends sonst auf der Welt vor. Der Balistar ist das exklusive Geschenk der Evolution an die Götterinsel Bali, den Bewohnern der Insel zum Schutz und zur Bewahrung anvertraut.

Der Prestigevogel

So mancher wohlhabende Indonesier ist sich der Einmaligkeit des Balistars bewusst. Er will ihn haben - im Käfig! Einem alten javanischen Sprichwort zufolge braucht ein erfolgreicher Mann nämlich fünf Dinge im Leben - darunter auch einen oder besser gleich mehrere Käfigvögel, idealerweise die besonders seltenen und prestigeträchtigen Arten. Mangels fachkundiger Pflege leben die Vögel oft nicht sehr lange. Sie werden, je nach Vermögen des Käufers, auch in kürzeren Abständen nachgekauft, um besonders anlässlich des Empfangs von Gästen das Haus mit den in kleinen Käfigen gehaltenen Vögeln zu dekorieren. Eine Studie des indonesischen Wildvogelhandels hat diese Branche daher auch treffend mit dem Schnittblumenhandel verglichen. Die Tradition der indonesischen Käfigvogelhaltung hat in Anbetracht wachsender Bevölkerung und zunehmender Kaufkraft bei gleichzeitig abnehmenden Wildbeständen für das Überleben vieler Vogelarten bedrohliche Formen angenommen. So mag es kaum noch überraschen, dass nicht einmal 100 Jahre nach seiner Erstbeschreibung im Jahre 1912 durch den deutschen Ornithologen Prof. Dr. Erwin Stresemann auch der Balistar heute im Freiland fast ausgerottet ist. Grund hierfür ist neben Lebensraumschwund die Wilderei für die Haltung von Balistaren in Vogelbauern. Nach dem Gesetz ist Fang und Haltung von Balistaren zwar untersagt, aber dies konnte nicht verhindern, dass der freilebende Weltbestand dieser Vogelart im Februar 2001 auf einen Rekord-Tiefstand von nur mehr neun Exemplaren gesunken ist!


Der Anfang ist gemacht

  • Der Bali-Barat-Nationalpark im Nordwesten Balis wurde speziell zum Schutz des Balistares gegründet und könnte das Überleben einer ausreichend großen Population der Vögel garantieren, sofern die Wilderei unter Kontrolle gebracht wird.
  • Balistare lassen sich bei guter Pflege in Zoohaltung recht gut vermehren. In Europa und den USA existieren koordinierte Erhaltungszuchtprogramme für diese Vogelart.
  • Ausgebildet von europäischen und nordamerikanischen Zoo-Fachleuten, haben auch Mitarbeiter der indonesischen Nationalparkbehörde gelernt, die Balistare in einer speziell für diesen Zweck errichteten Station im Bali-Barat-Nationalpark zu züchten.
  • Die Auswilderung von in Gehegen gezüchteten Balistaren wurde erprobt und erfolgreich durchgeführt, wegen der zunehmenden Wilderei aber Mitte der 90er Jahre eingestellt.

Das Arbeitsprogramm der Stiftung Artenschutz

  • Unterstützung des Dialoges der verschiedenen Interessengruppen, insbesondere der Zoologischen Gärten, mit den indonesischen Behörden, um gemeinsam das Überleben der letzten wildlebenden Population der Stare im Bali-Barat-Nationalpark zu sichern.
  • Aufbau und Ausbau einer effektiven Ranger-Gruppe zur Bewachung der Vögel in Freiheit und in der Zuchtstation.
  • Fachliche Unterstützung der Zuchtstation im Bali-Barat- Nationalpark.
  • Fachliche und finanzielle Unterstützung eines neuerlichen Auswilderungsprojektes mit nachgezüchteten Balistaren im Bali-Barat-Nationalpark.
  • Prüfung anderer, in der Vergangenheit immer wieder angedachter Ausbürgerungsstandorte auf der Insel Bali und gegebenenfalls Aufbau eines oder mehrerer weiterer Auswilderungsprojekte.
  • Öffentlichkeitsarbeit, verbunden mit der Förderung der auf Bali ansässigen Naturschutzgruppen, um lokales Interesse an freilebenden Balistaren und dem Naturerbe Balis allgemein zu stärken.